Eigenblut, die elementare Medizin

Wirkung

Die klassische Eigenblut-Therapie ist eine unspezifische Reizkörper-Therapie. Tritt Blut durch eine Verletzung einer Vene oder Arterie außerhalb des Gefäßsystems auf, z.B. durch Stoß oder Fall, entsteht ein Hämatom (Bluterguss). Das Abwehrsystem reagiert auf diesen Reiz mit einer Entzündung. Abwehrzellen, Fresszellen und Antikörper vermehren sich und machen sich auf den Weg, Eindringlinge zu eliminieren. Auch das eigene Blut wird außerhalb der Gefäße als »fremd« betrachtet. Blut ist auch ein Informationsträger von krankmachenden Informationen und Autoimmunprozessen. Die verschiedensten Zellen, Erreger, Giftstoffe und Stoffwechselendprodukte, die sich im Blut befinden, werden nun, durch die veränderte Struktur des Blutes, vom körpereigenen Abwehrsystem identifiziert und beseitigt. Obwohl das Immunsystem vorher nicht mehr oder nur schwach reagiert hat, wird es außerordentlich angeregt, aufgebaut und neu programmiert Bei der Aktivierung des Immunsystems gilt die Arndt-Schulz-Regel: »Schwache Reize fachen die Lebenskraft an, mittelstarke Reize hemmen sie, starke Reize heben sie auf.« Zusätzlich bestätigt die Eigenblut-Therapie den »Hormetischen Effekt«, der besagt, dass kleine Dosen schädlicher Substanzen die körpereigene Abwehr stärken. Da das Blut eines Kranken auch Gift für seinen eigenen Körper ist, kann ihn demzufolge auch eine kleine Dosis Blut anregen.

Indikationen

  • Wundheilungsstörungen
  • Frakturen
  • Sportverletzungen
  • Erkrankungen der Haut, z.B. Akne
  • Psoriasis
  • Neurodermitis
  • Depressive Verstimmungen
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Allergien
  • Heuschnupfen
  • Asthma bronchiale
  • Schlafstörungen
  • Chronische Schmerzzustände
  • Chronische Entzündungen und alte Krankheitsprozesse
  • Häufige virale und bakterielle Infektionen
  • Zur Besserung des Allgemeinbefindens und in der Rekonvaleszenz
  • Grundlegende Störung des Immunsystems.

Die klassisch/konventionelle Eigenblut-Therapie

  • Unverändertes Eigenblut
    Bei der Durchführung einer klassischen Eigenblutbehandlung wird zumeist aus einer Vene in der Armbeuge ca. 0.1-3,0 ml Blut entnommen und sofort wieder intramuskulär injiziert. Bei kleineren Mengen und zu Beginn einer Behandlung kann das Blut auch unter die Haut verabreicht werden. Zudem besteht die Möglichkeit, dem abgenommenen Blut zusätzlich homöopathische Mittel, Medikamente oder Spurenelemente zuzusetzen, die die Wirkungsweise verstärken. Hämolysierte Eigenblutbehandlung Hier wird steriles Aqua destillata zugefügt und verschüttelt. Dies führt zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen und der Freisetzung der darin enthaltenen Substanzen.
  • Cluster-Eigenblut-Verfahren
    Eine neuere Möglichkeit besteht darin, mit einem eigens dafür hergestellten Gerät (Foamake) das Eigenblut mechanisch zu hämolysieren, es bilden sich kugelförmige Cluster.
  • Potenziertes Eigenblut
    Homöopathische Verdünnung, hergestellt mit einem Tropfen Blut und Alkohol oder als Verreibung in Form von Globuli, wird hauptsächlich in der Kinderheilkunde und bei Spritzenphobikern eingesetzt

Besondere Formen der Eigenblut-Therapie

  • Auto-Sanguis-Stufentherapie nach Reckeweg
    Hier wird ein Tropfen Blut mit verschiedenen homotoxischen Arzneimittel in einer bestimmter Reihenfolge vermischt, potenziert und stufenweise injiziert.
  • Aktiviertes Eigenbluthämolysat nach Windstosser
    Er fügte dem Nativblut ein Serumaktivator nach Dr. Theurer hinzu und löste dadurch eine spezifische, immunologische Gegenreaktion im Körper aus.
  • Hämoaktivator-N nach Höveler (HOT)
    Das Eigenblut wird mit verschiedenen Zusätze und mittels eines Gerätes einer Elektrolyse, einer UV-Bestrahlung und einer Verschüttelung (Potenzierung) unterzogen
  • Große Ozon-Eigenblut-Behandlung
    Eine größere Menge Blut wird mit einem Ozon-Sauerstoff-Gemisch angereichert und über die Vene zurückgegeben Kurzwellenbestrahltes und mit UV-Licht bestrahltes Eigenblut

Behandlungsverlauf

Die konventionelle Eigenblut-Therapie orientiert sich in erster Linie an der Erscheinung der Krankheit und dem Zustand des Patienten. So wird eine akute Beschwerde meist mit einer größeren Blutmenge in kurzen Abständen therapiert, während die chronische Erkrankung mit minimaler Menge ansteigend beginnt und im Wochenrhythmus auskommt. Die Reaktion des Patienten muss währenddessen genau beobachtet werden und bestimmt dadurch den individuellen Behandlungsverlauf. Die Dauer der Behandlung kann zwischen 2-14 Wochen und bei über 8-20 Injektionen liegen. Nach einer Pause kann eine erneute Serie erfolgen.

Nebenwirkungen und Anwendungsverbote

Stellenweise ist eine leichte Rötung über der Einstichstelle zu bemerken, die aber unbedeutend ist. Müdigkeit und Abgeschlagenheit können vermehrt auftreten, sowie ein leichtes Krankheitsgefühl ein paar Tage lang. Fieber kann erscheinen, wenn die Dosis 2-5 ml Eigenblut beträgt, ist aber auch ein Zeichen, dass das Immunsystem aktiv wird. Erstverschlimmerungen sind möglich, legen sich aber wieder. Oft ist es ein versteckter Herd, der plötzlich schmerzhaft aufflackert, ob Mandeln, tote Zähne oder eine chronische Appendizitis, alles kommt in Bewegung und sollte als positive
Zeichen einer beginnenden Umstimmung gesehen werden. Erkennt man die Störzonen, so kann durch die konsequente Eigenblut-Therapie die Regulationsstarre aufgehoben werden. Schon dadurch bessert sich häufig eine chronische Erkrankung. Natürlich müssen die Regeln der Desinfektion und der Injektionstechnik »lege artis« eingehalten werden, um Abszessbildungen oder Infektionen zu vermeiden.

Verboten für eine Eigenblutbehandlung sind alle Tuberkulosen, Menschen in einer sehr schlechten körperlichen und seelischen Verfassung, akute Thrombosen mit Entzündungen der Venen. (Thrombophlebitis) und bei Blutgerinnungsstörungen.

Bemerkung: Die Eigenblut-Therapie ist kein Eigenblut-Doping!

© Waltraud Dreher. Alle Rechte liegen bei der Autorin.

Siehe auch: Aderlass · Blutegeltherapie

Veröffentlicht am 29.01.2009, zuletzt geändert am 25.02.2011.

Mesotherapie

Autorin: Waltraud Dreher, Hauptstr. 6, 78585 Bubsheim
Homepage im Internet

Mesotherapie wurde abgeleitet von mittleren Keimblatt (Meso = »Mitte«) bei der Entstehung des Embryos. Aus diesen Mesodermzellen bilden sich im Laufe der frühen menschlichen Entwicklung Knochen mit Skelettmuskulatur, Bindegewebe, glatte Muskulatur der Eingeweide, Herz, Blutgefäße, Milz, Lymphknoten, Lymphgefäße, Nieren, Keimdrüsen und innere Genitalorgane. Daher nutzt die Mesotherapie die Haut als größtes Organ zur Anregung der Heilung. Das neuro-vegetative System wird reflektorisch angeregt, die Mikrozirkulation verbessert und das Immunsystem gestärkt(Immunmodulation).

Der französiche Arzt Michel Pistor entwickelte in den 1950er Jahren ein Therapiekombination mit stark verdünnten Medikamenten der klinischer Medizin. Er injizierte tröpfchenweise, subkutan oder intrakutan, mit feinster und kurzer Nadel fast schmerzfrei in Akupunkturpunkte, Reflexzonen und Triggerpunkte. Sein Ausspruch: wenig – selten – am richtigen Ort – ist das Wesensmerkmal dieses Heilverfahrens. Die Kombination von Akupunktur, Neuraltherapie und verdünnten Medikamente, die geringst dosiert eingesetzt werden, verbindet die alternative Heilkunde mit der Schulmedizin. Heute wird Mesotherapie an französischen Universitäten gelehrt.

Eingesetzt wird die Mesotherapie bei degenerativen und/oder entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates, Schmerzzuständen, Sportverletzungen, bei Veränderungen an Haut und Haaren, Durchblutungsstörungen, Wechseljahresbeschwerden, Neuralgien, Migräne und Atemwegserkrankungen.

Mesoimpfungen sind Mikroinjektionen von Impfmitteln oder Nosoden als vorbeugender Erkältungsschutz. Die Mesotherapie verspricht Raucherentwöhnung in nur ein bis zwei Sitzungen.

Furore macht im Moment die Mesotherapie in der ästhetischen Medizin. Vor allem in Südamerika und den USA ist diese sanfte Methode der Faltenunterspritzung mit Hyaluron beliebt, da die Patienten/innen gleich nach der Behandlung verschönt an den Arbeitsplatz zurückkehren können. Auch Haarausfall, Cellulite, Bindegewebsschwäche und Besenreiser sind die Dömäne der Mesotherapie.

Die Vorteile dieser Therapie sind zweifellos die Verringerung der verschreibungspflichtigen Medikamente, dadurch weniger Nebenwirkungen, auch Magen-Darm und Ausscheidungsorgane wie Leber, Niere und Haut werden geschont. Ebenfalls können Allergiker, Spritzenphobiker und antikoagulierte Menschen (Macumar etc.) ganz einfach behandelt werden. Der Einsatz von homöopathischen Mittel und Nosoden in Verbindung mit Vitaminen und Spurenelementen erweitert zusehends die Anwendung dieser effektiven und heilsamen Methode.

© Waltraud Dreher. Alle Rechte liegen bei der Autorin.
 

Veröffentlicht am 30.03.2008, zuletzt geändert am 25.02.2011.

 

Harndiagnostik

Autorin: Waltraud Dreher, Hauptstr. 6, 78585 Bubsheim
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Die traditionelle Harndiagnostik erlaubt es, das Stoffwechselgeschehen und den Zustand der Organe ohne Risiko für den Patienten zu erkennen, weshalb sich diese Methode auch für Kinder eignet. Sie wurde bis in die fünfziger Jahre noch von fast allen Ärzten selbst durchgeführt und wird heute noch angewendet, da sie schnell, einfach und preiswert zu treffsicheren Ergebnissen führt.

Zur Durchführung werden sechs Reagenz-Teströhrchen mit frischem Morgenurin abgefüllt. Ein Röhrchen dient zum Farbvergleich und wird beiseite gestellt. Ein Teströhrchen bleibt ohne chemischen Zusatz. In die anderen vier Gläschen werden verschiedener Reagenzien tropfenweise zugesetzt: Ehrlich Reagenz, Nylander Reagenz, Natronlauge und Schwefelsäure. Zunächst werden die verschiedene chemischen Reaktionen im kalten Zustand bewertet, danach folgt die Bewertung im erwärmten Zustand im kochenden Wasserbad. Die Reaktionen (oberes Bild) werden dabei dokumentiert und bewertet. So zeigt sich beispielsweise der Zustand von Herz und Kreislauf in verschiedenen Rottönen. Eine schlechte Leistung der Nieren kann die Flüssigkeit eintrüben. Ist die Leberleistung schwach, so ist auch die Farbe des Teströhrchens blass. Die Bauchspeicheldrüse und die Beschaffenheit der Darmschleimhaut wird durch Flockenbildung, Ausfällungen oder Bodensatz in unterschiedlichen Farben ersichtlich. Mykosen oder andere Beschwerden im Verdauungstrakt, selbst der Zustand des Immunsystems, können auf einfache Weise diagnostiziert werden. Störung des Säure-Basenhaushaltes zeigen sich durch Aufschäumen oder Bläschenbildung. Wegen der zahlreichen Reaktionsmöglichkeiten ist viel Erfahrung bei der Bewertung der Phänomene notwendig.

Sehr gut eignet sich diese Methode in der Ausschlussdiagnostik. Oft können pathologische Frühzeichen erkannt werden, bevor überhaupt eine Erkrankung feststellbar ist, wodurch frühzeitige Maßnahmen getroffen werden können, um einer Krankheit vorzubeugen. Daher ist diese diagnostische Methode gut zur Prävention geeignet. Ebenso ist die Harndiagnose auch eine preiswerte Verlaufskontrolle einer Behandlung.

Als ergänzende Methode eignet sich das Urin-Unterschichtungsverfahren, in dem Urin mit Salpetersäure vorsichtig in Kontakt gebracht wird (unteres Bild). An der Berührungsfläche beider Flüssigkeiten bildet sich ein Farbring, der ausgewertet wird. Eiweißfäulnis im Darm, Abflußstörungen der Galle, zuviel Harnsäure oder Störungen der Flora des Dünn- oder des Dickdarmes können daraus abgeleitet werden.

© Waltraud Dreher. Alle Rechte liegen bei der Autorin.
Veröffentlicht am 04.01.2008, zuletzt geändert am 26.02.2011.